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	<title>Gaida Consult</title>
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	<description>Dr. Hans-Jürgen Gaida &#124; Consultant und Autor</description>
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	<title>Gaida Consult</title>
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		<title>Mein Eifelhuhnfreilandeifrühstück</title>
		<link>https://www.gaidaconsult.de/eifelhuhnei-fruehstueck/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Gaida Consult]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 04 Aug 2024 16:33:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wer? Wann? Wo? - Wieso?]]></category>
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					<description><![CDATA[Frühstücke wie ein König, sagt der Volksmund so leichthin. Diese royale Aufforderung kann ich durchaus mit meinem Demokratieverständnis in Einklang bringen, denn mein kleiner Hofstaat aus Zutaten, Zusatzstoffen, Stabilisatoren, Antioxydationsmitteln, Farbstoffen und Konservierungsmitteln, ist allesamt von föderativ bundesrepublikanischen und EU-konformen Gesetz- und Verordnungsgebern geprüft und zugelassen. Alles, was ich wissen muss, um es richtig zu [&#8230;]]]></description>
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<p>Frühstücke wie ein König, sagt der Volksmund so leichthin. Diese royale Aufforderung kann ich durchaus mit meinem Demokratieverständnis in Einklang bringen, denn mein kleiner Hofstaat aus Zutaten, Zusatzstoffen, Stabilisatoren, Antioxydationsmitteln, Farbstoffen und Konservierungsmitteln, ist allesamt von föderativ bundesrepublikanischen und EU-konformen Gesetz- und Verordnungsgebern geprüft und zugelassen.</p>



<p>Alles, was ich wissen muss, um es richtig zu machen, ist auf den mit bunten *Labeln*, Tabellen, Bildern und Schriften liebevoll informativ gestalteten Verpackungen verlässlich erkennbar.</p>



<p>Mein Frühstück sieht dann so aus:</p>



<p>Ich trinke *<em>Bio</em>&#8211;<strong>Kaffee</strong> mit dem *<strong><em>Fairtrade-Siegel</em></strong>, <em>ethisch, sozial, ökonomisch und ökologisch zertifiziert</em>, <em>„<strong>klimaneutral</strong> &#8211; vom Feld bis in die Tüte“.</em> Der Kaffevollautomat bekommt seinen Strom vom eigenen kürzlich installierten&nbsp; Photovoltaik-Balkonkraftwerk. (ich gestehe, aus Kostengründen mit Solarmodulen &nbsp;<em>Made in China</em>, shame on me!)</p>



<p>Statt der 10% fetten Sahne, tue ich einen Dash rein:<em>*Frische Tierwohl Weidevollmilch &nbsp;&nbsp;*PASTEURISIERT / HOMOGENISIERT, 3,5% FETT, länger haltbar *FÜR MEHR TIERSCHUTZ *Zertifiziert nach Richtlinien des Deutschen Tierschutzbundes &nbsp;(tierschutzlabel.info / Premiumstufe) *NUTRI SCORE B (grün), *Haltungsform <strong>4</strong> Premium (haltungsform.de,) *PRO-PLANET.INFO, Für mehr Tierwohl. *Qualität aus Deutschland. *Ohne Gentechnik. *Mineralstoffe: Calcium</em>, <em>*FSC MIX Karton / Fördert gute Waldnutzung, *ELOPAK; Pure-Pak® , Sense</em>. Der neuartige EU-verpflichtete geniale Klemmverschluss sagt mir vertrauensvoll: *<em>Jetzt mit neuem Deckel &#8211; ich bleibe dran. Der Umwelt zuliebe.</em> (Ich bin froh, dass jetzt endlich bei uns die EU-Richtlinie 2019/904 mich unterstützt, nach Wattestäbchen und Trinkhalmen auch mit den festen Flaschenverschlüssen (tethered caps) die Plastikvermüllung der Weltmeere einzudämmen).</p>



<p>Ich gönne mir ein 5-Minuten <em> Frisches FREILANDEI, *Von Eifeler Familienbetrieben, *Gütekl. A, *Gesicherte Qualität Rheinland-Pfalz, *Aus kontrollierter Erzeugung, *KAT Ihr Prüfsystem für Eier, * WIR GARANTIEREN EINEN FAIREN ERZEUGERPREIS,*EIFEL BRUDERHAHN INITIATIVE, *Ohne Gentechnik  (</em><a href="https://ei-fel.de"><em>https://ei-fel.de</em></a><em>)</em></p>



<p><em>Bodenhaltung?</em> Pah! Ultimativ ist<em> Freilandhaltung!</em>. Das frohgemute Eifel-Huhn auf einer eidottergelben Butterblumenwiese gibt einem richtig Auftrieb.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="749" src="https://www.gaidaconsult.de/wp-content/uploads/2024/08/SAM_4813kv-1024x749.jpg" alt="" class="wp-image-1175" style="width:437px;height:auto" srcset="https://www.gaidaconsult.de/wp-content/uploads/2024/08/SAM_4813kv-980x717.jpg 980w, https://www.gaidaconsult.de/wp-content/uploads/2024/08/SAM_4813kv-480x351.jpg 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1024px, 100vw" /></figure>



<p></p>



<p>Dazu: <strong><em>Roggenvollkornbrot mit 10% Sonnenblumenkernen</em></strong><em>.</em> <em>Zutaten: *Roggenvollkornschrot, *Natursauerteig, *Wasser; *Roggenmehl, *Sonnenblumenkerne, *Invertzuckkersirup, *Karamelsirup, *Speisesalz, *Hefe, *Säureregulator,*Natriumacetate. *Kann Spuren von SESAM enthalten.</em> Eingepackt ist der <strong><em>Vollkorn Sonnenbatzen</em></strong> in ein <em>*Plastikfreies Sichtfenster. *Das Beutelpapier besteht aus 100% Altpapier und erfüllt die Anforderungen des Umweltzeichens „BLAUER ENGEL“</em>. Und die Ermahnung unübersehbar *<strong><em>Bitte den kompletten Beutel inklusive Sichtfenster im Altpapier entsorgen. *PEFC</em></strong></p>



<p><strong>Butter</strong>, verschiedene Marken wechselnd, eigentlich fast neutral verpackt. Wenngleich, ich mache mir doch Sorgen &#8211; wie bei der Kaffeemilch und dem Käse &#8211; wegen des trotz <em>Tierwohl </em>ausgestossenen Methans aus dem wiederkäuenden Verdauungstrakt der Kühe (CH<sub>4</sub>&nbsp; ist 25x klimaschädlicher als CO<sub>2</sub> sagen Experten). Was waren das für Zeiten, als wir noch <em>„gückliche Milch von glücklichen Kühen“</em> bekamen. Ohnehin ist die Bilanz des üppigen Frühstücks auf meinem persönlichen Kohlendioxyd-Konto bedenklich. In Zukunft werde ich darauf achten müssen, dass ich es noch intensiver klimaneutral gestalte.</p>



<p><strong><em>Bierschinken</em></strong><em> aus der Qualitätsmetzgerei seit 1885</em>, <em>*unter Schutzatmosphäre verpackt, 100g, Label: *Haltungsform 2, *StallhaltungPlus, (haltungsform.de), *Initiative TIERWOHL (I.T.W.de), *NUTRI-SCORE&nbsp; D,*QS: Ihr Prüfsystem für Lebensmittel (q-s.de), Zutaten: *Schweinefleisch 87%. *Wasser, *jodiertes Speisesalz (Speisesalz, Kaliumjodat),*Konservierungsstoff (Natriumnitrit). *Dextrose, *Zucker. *Stabilisatoren (Natriumcitrate, Diphosphate). *Gewürze. *Emulgator (Mono- und Diglyceride von Speisefettsäuren) *Antioxidationsmittel (Ascorbinsäure, Natriumscorbat), Gewürzextrakte, *Geschmacksverstärker (Mononatriumglutamat). *QS-Ware.</em> Nach dieser bio-chemischen Wucht bin ich erleichtert, wenigstens<em> *<strong>Ohne Zusatz von: </strong>&nbsp;Farbstoffen</em></p>



<p>Schließlich noch etwas Fleischloses:</p>



<p><strong><em>Gouda Holland g.g.A</em></strong><em>., mittelalt, 48% Fett i.Tr., in Scheiben&nbsp; 300g</em>, Label: *NUTRI-SCORE D, *<em>Geschützte Geografische Angabe</em> (12 Sterne), <em>*Ohne Gentechnik, *VEGETARISCH &#8211; EUROPEAN VEGETARIAN UNION (V-Label.EU)</em>, <em>*Auf natürliche Weise LACTOSEFREI</em> , <em>Zutaten: *Pasteurisierte Kuhmilch, *Speisesalz, *Käsekulturen, *Konservierungsstoff: Natanycin, *Farbstoff: Annatto Norbixin. *In der Rinde, Kunsstoffüberzug nicht zum Verzehr geeignet, *Unter Schutzatmosphäre verpackt</em>. Mit der eindringlichen Mahnung: *<em>RICHTIG ENTSORGEN&nbsp; PPT/PP/LDPE, *Lokale Entsorgungsmöglichkeiten beachten</em></p>



<p>Den süßen <em>Frucht-Brotaufstrich</em>, in meiner Kindheit als Marmelade geschleckert, versage ich mir wegen des gesundheitsgefährdenden Zuckers und der übergewichtdrohenden Kalorien.</p>



<p>Ja, ich weiß, es ist nichts zum empfohlenen Tagesbedarf von <em>250 Milligramm EPA und 250 Milligramm DHA</em>&nbsp; an wichtigen <em>Omega-3-Fettsäuren</em> dabei. Ich werde morgen statt Wurst etwas Fisch, Lachs oder geräucherte Makrele, nehmen (natürlich nur mit dem blauen <em>MSC</em>&#8211; oder grünen <em>asc-Siegel</em>).</p>



<p>&nbsp;&nbsp; Ich fasse zusammen: mein 7-teiliges Frühstück vermittelt mir rund 30 verschiedene Zutaten und Zusatzstoffe (es gibt über 300 amtlich zugelassene in Deutschland; mehr Infos: <a href="http://www.zusatzstoffmuseum.de">www.zusatzstoffmuseum.de</a>,&nbsp;(in Hamburg, seit 2008) oder <a href="https://www.zusatzstoffe-online.de/">https://www.zusatzstoffe-online.de/</a>). Außerdem sind da überzeugend eindringliche Hinweise auf das unerlässliche <em>Tierwohl</em>, die garantierte <em>Qualität</em> und <em>Zertifizierung</em>, inklusive einer vorschriftsmäßig abgesicherten <em>ökologischen Entsorgung</em> des Verpackungsmaterials, was mein recyclingeschultes Bewusstsein dankbar aufnimmt.</p>



<p>Und überall ist ein nützlicher Barcode, das obligatorische Haltbarkeitsdatum und die aufschlussreiche <em>Nährwerttabelle</em> dabei: <em>Brennwert/Energie kJ/kcal, Fett, Kohlehydrate, Eiweiß, Salz, </em>präzise aufgeschlüsselt in <em>Durchschnittliche Nährwerte/Referenzmengen für einen durchschnittlichen Erwachsenen </em>(na ja, ich als <em>durchschnittlicher Erwachsener</em>, geschenkt!). Überschlägig anhand der Zahlen gerechnet ist mein morgendlicher Verbrauch grenzwertig, aber ich werde es tagsüber mit mehr Obst und Gemüse ausgleichen.</p>



<p>&nbsp;&nbsp; Kompliment, wenn Sie mir bis hierher gefolgt sind. Sie können ja auch einmal Ihr Frühstück solcherart zerlegen, aber, wie Sie hier gesehen haben, es verlangt schon starke Naturen. Doch keine Bange, bisher habe ich es überlebt.</p>



<p>&nbsp;&nbsp; Ach, da fällt mein Blick noch auf ein Gouda-Label: eine appetitliche Käsescheibe winkt mit dem Versprechen *<strong><em>fein-würziger Genuss.</em></strong> Holla, in der Überfülle der rückhaltlos offengelegten Verbraucherschutzfürsorge so ein längst vergessen geglaubtes Wort, <strong><em>Genuss</em></strong>!</p>



<p>Gott sei Dank, dann kann ich mir mein Frühstück mit Appetit wirklich königlich schmecken lassen. &nbsp;         G/se VIII/24</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Hannibal digitale</title>
		<link>https://www.gaidaconsult.de/hannibal-digitale/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Gaida Consult]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Jul 2024 17:35:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wer? Wann? Wo? - Wieso?]]></category>
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					<description><![CDATA[Am Theater ist es heutzutage üblich, die Vergangenheit in den Stücken, also etwa Faust und Wallenstein, oder Don Giovanni und Lohengrin, in die Gegenwart zu holen, also nicht so, wie der Schöpfer, Goethe und Schiller, Mozart und Wagner, des Werkes es gemeint – und, Gott behüte, es oft auch gewollt – hat, sondern wie es [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Am Theater ist es heutzutage üblich, die Vergangenheit in den Stücken, also etwa Faust und Wallenstein, oder Don Giovanni und Lohengrin, in die Gegenwart zu holen, also nicht so, wie der Schöpfer, Goethe und Schiller, Mozart und Wagner, des Werkes es gemeint – und, Gott behüte, es oft auch gewollt – hat, sondern wie es nach zeitgemäßem Verständnis begreiflich gemacht werden sollte. Das läßt zwar einige Zuschauer, die das Original noch kennen, etwas ratlos zurück, bringt aber für die progressiven unter ihnen völlig neue Theatererlebnisse. <br>   Es ist daher unverständlich, dass die Geschichtswissenschaft auf historischen Fakten und Abläufen besteht, statt sie in digitalen Sichtweisen innovativ zu aktualisieren.<br>   So wird zum Beispiel der legendäre Zug Hannibals im Jahre 218 v. Christus über die Alpen uns in den zahlreichen historischen, wissenschaftlichen und künstlerischen Darstellungen völlig altmodisch vermittelt. Fußtruppen, Reiterei und die Elefanten, deren Rasse sowieso schon ausgestorben ist, sind überhaupt nicht zeitgemäß. Tierschutzverbände haben bereits gegen die Darstellung des nicht artgerechten Einsatzes der Tiere protestiert.<br>   Heute würde sein Heer in hochmotorisierten SUVs fahren [marketingorientierte und vertriebsstarke Hersteller sichern das Projekt als Sponsoren (Platin-, Gold-, Premium-, etc.) finanziell ab]. Eine Einschränkung ist allerdings, dass die Fahrzeuge inzwischen auch schon antiquierte Benziner und nicht hybrid oder vollelektrisch angetrieben sind, um – angesichts ihrer begrenzten Reichweite – das Risiko zu vermeiden, dass die ohnehin wenigen E-Ladesäulen am Weg übers Gebirge von den römischen Verbündeten abgeschaltet werden.<br>   Ihre GPS-gesteuerten Navis finden den richtigen Alpenpass zur Überquerung [die GPS-Daten sollten als Hyperlinks publiziert werden, damit Interessenten den Weg korrekt nachfahren können]. Die Kenntnis des zu erobernden aber unbekannten Landes wird über Augmented und Virtual Reality den mit Tablets und Smartphones ausgerüsteten Soldaten zeitnah vermittelt. Webcams ausgerüstete Drohnen bieten in Echtzeit Informationen über die Kampfstärke und Aufstellung der Gegner. Die siegreichen Schlachten der karthagischen Truppen werden in Videos – blutüberströmte tote römische Soldaten als close-ups – festgehalten und zur Demoralisierung der Gegner laufend ins Netz gestellt. </p>



<p>   Per Twitter (jetzt <strong>X</strong> &#8222;Blaze your Glory!&#8220;) berichtet Hannibal persönlich über den Vormarsch. Nach der gelungenen Überquerung erklärt er auf einer eilig einberufenen Pressekonferenz (noch auf der Pass-Höhe mit Blick in die Poebene als Hintergrund; das kann von einigen alten Gemälden übernommen werden) den zahlreichen begleitenden Medienvertretern [auch römische sind zugelassen], dass es jetzt gelte, in der mit Hilfe von KI entwickelten Strategie Prioritäten zu setzen, und er demzufolge durchstarten werde. Auf die Frage eines Journalisten, wie es denn jetzt weiterginge, antwortete er knapp: „Bergab“!“<br>   </p>



<p>In Rom reagiert die Politik mit der Herausgabe eines täglichen Bulletins, in dem nach verschiedenen Modellen wissenschaftlicher Institute und Organisationen Berechnungen über die bisherigen und bei einem weiteren Vormarsch zu befürchtenden hohen Umweltbelastungen durch den CO2 -Ausstoß der karthagischen Fahrzeuge, im Vergleich zu den damaligen Methan-Aussonderungen der Elefanten, – für eine breite Meinungsbildung bei den Bürger*innen auch mit Einwürfen der Oppositionsparteien, ausgenommen Rechtspopulisten und Querdenker – kommentiert werden. Damit könne die Zuversicht gestärkt werden, dass die Karthager, die noch auf fossile Brennstoffe statt auf erneuerbare Energien setzen, nicht unbesiegbar sind.<br>  </p>



<p>Es ist als gesichert davon auszugehen, dass solcherart aktualisierte Darstellungen der Historie ein breites Echo in Internet-affinen Kreisen auslösen und den Stellenwert der Geschichtswissenschaft signifikant steigern würden.                                                                                                        (VII/24)</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Susi sorglos</title>
		<link>https://www.gaidaconsult.de/susi-sorglos/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Gaida Consult]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Apr 2024 19:31:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wer? Wann? Wo? - Wieso?]]></category>
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					<description><![CDATA[. . . sitzt jetzt zuhause und föhnt ihr Haar… mit einem Föhn. Und wie sie so dröhnt und föhnt, spricht plötzlich der Fön zu ihr: &#8222;Hallo, hallo Susi!“ – Otto Waalkes, unser pfiffiger Ostfriese, war dabei und hat uns schon vor 50 Jahren begeistert darauf aufmerksam gemacht, ein Fön, der sprechen kann!. Inzwischen ist [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>. . . sitzt jetzt zuhause und föhnt ihr Haar… mit einem Föhn. Und wie sie so dröhnt und föhnt, spricht plötzlich der Fön zu ihr: &#8222;Hallo, hallo Susi!“ – Otto Waalkes, unser pfiffiger Ostfriese, war dabei und hat uns schon vor 50 Jahren begeistert darauf aufmerksam gemacht, ein Fön, der sprechen kann!.</p>



<p>Inzwischen ist es alltäglich geworden, dass Maschinen und Geräte mit uns in Verbindung treten, uns an Termine erinnern, Alexa unsere Wünsche prompt erfüllt, Siri sich hilfsbereit meldet, und selbst unser Auto jedesmal beim Starten einen persönlichen „Herzlich willkommen“-Gruß entbietet, wodurch es perfekt seine Streicheleinheiten verdient hat.</p>



<p>Jedoch bleibt die Entwicklung nicht stehen. Immer mehr Materien zeigen sich nicht leblos, sondern wenden sich direkt an uns und verlangen unsere Beachtung und Anerkennung, kommunizieren mit uns unter vier Augen, sozusagen fast per Du.</p>



<p>So wie unlängst die Prospektsendung einer großen Handelskette, sorgsam postversand-vorschriftsgemäß verpackt, es höflich in freudig stimmendem Grün kundtat:</p>



<p class="has-text-align-center has-vivid-green-cyan-color has-text-color has-link-color wp-elements-339efbf6c8f3ff39d1741cb8b0cc5ed6"><strong><em>DIESE FOLIE MÖCHTE IHNEN ETWAS SAGEN</em></strong></p>



<p>Aufgepasst, alle mal herhören!</p>



<figure class="wp-block-table"><table class="has-white-color has-vivid-green-cyan-background-color has-text-color has-background has-link-color"><tbody><tr><td class="has-text-align-center" data-align="center"><strong><em>ICH GEBE MEIN BESTES . . .</em></strong>&nbsp;<br>. . . eine nachhaltige Verpackung zu werden. Deshalb bestehe ich bereits jetzt aus 50% recycelten Materialien. Damit ich im Recycling-Kreislauf bleibe, muss ich nur richtig entsorgt werden.<br>Vielen Dank. Ihre Folie&nbsp;</td></tr></tbody></table></figure>



<p>Ist das nicht von poetischer Wucht, zu Herzen gehend? Steht da nicht die Nachlässigkeit beim eigenen ökologischen Fußabdruck mahnend vor Augen? Da wird man doch tief-innerlich bewegt, so etwas Wunderbares dankbar in den Händen halten zu dürfen, und es schmerzt trotz aller Gewissenhaftigkeit und Sorgfalt sehr, das Verschlusssiegel schließlich aufreissen zu müssen.</p>



<p>Das bescheidene Dankeschön für die richtige Entsorgung zeigt treffsichere Wirkung. Ökologisch immersiv geprägt gibt es kein Vertun, es kommt nicht die braune oder blaue, oder gar schwarze, sondern einzig und allein die gelbe Tonne dafür in Frage.</p>



<p>Adieu, liebe Folie, wir wünschen und hoffen, dass es dir dann dank unserer Hilfe im Recycling-Kreislauf gelingen möge, mit den noch fehlenden 50% ebenso recycelfähig zu einer vollendet nachhaltigen Verpackung zu werden.</p>



<p>Auf ein baldiges Wiedersehen!</p>



<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; </p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Feroni – ein toskanischer Kaufmann in Amsterdam</title>
		<link>https://www.gaidaconsult.de/feroni-ein-toskanischer-kaufmann-in-amsterdam/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Gaida Consult]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Apr 2024 15:39:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Feroni]]></category>
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					<description><![CDATA[Ciao a tutti! &#8211; Dag allemaal! Sie werden mich vermutlich nicht kennen. Oder waren Sie schon einmal in Berlin? Auf der Museumsinsel, UNESCO-Weltkulturerbe? Früher vielleicht im Pergamon-Museum, jetzt durch die James-Simon-Galerie, den imposanten Eingangsbereich von David Chipperfield? Oder im Neuen Museum, bei der ständig von neugierigen Besuchern umlagerten Nofretete? Auch im Bode-Museum? Etwas abgelegen hinter [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image aligncenter size-large is-resized"><img decoding="async" width="1004" height="1024" src="https://www.gaidaconsult.de/wp-content/uploads/2024/04/ABF-020-Kopie-1004x1024.jpg" alt="" class="wp-image-1132" style="width:528px;height:auto"/><figcaption class="wp-element-caption">Bode-Museum, Staaliche Museen zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz, © gaidaconsult</figcaption></figure>



<p></p>



<hr class="wp-block-separator alignfull has-alpha-channel-opacity is-style-wide"/>



<div style="height:42px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Ciao a tutti! &#8211; Dag allemaal! </p>



<p>Sie werden mich vermutlich nicht kennen. Oder waren Sie schon einmal in Berlin? Auf der Museumsinsel, UNESCO-Weltkulturerbe?</p>



<p>Früher vielleicht im Pergamon-Museum, jetzt durch die James-Simon-Galerie, den imposanten Eingangsbereich von David Chipperfield? Oder im Neuen Museum, bei der ständig von neugierigen Besuchern umlagerten Nofretete?</p>



<p>Auch im Bode-Museum? Etwas abgelegen hinter dem Bahndamm an der Spitze der Insel. Wo kaum jemand hingeht, weil wenig Gemälde zu sehen sind, sondern eigentlich nur langweilige Skulpturen ausgestellt werden?</p>



<p>Vielleicht im Münzkabinett? Wen interessieren schon alte Münzen, außer die Einbrecher, denen es gelang, eine 100 kg schwere Goldmünze, „Big Maple Leaf“, im Wert von 3,3 Millionen Euro heimlich und nächtens abzutransportieren, einfach so. Wird mir sicher nicht passieren. Wer will schon eine alte Terrakotta-Büste.</p>



<p>Am hinteren Ende vom Eingang, von der imposanten Großen Kuppel durch den Gobelinsaal, dann in der Kleinen Kuppel die große geschwungene Freitreppe hoch, rechtsherum, vorbei an den aufgereihten preußischen Königen und Feldherren, dann links eine große Tür, der Saal 134, Italien, Barock, Seicento. – Dort finden Sie mich als: Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Inventarnummer 1/79</p>



<p>Bilder erzählen Geschichten; Skulpturen dagegen sind stumm, stehen herum, irgendwo, irgendwie, nackt, ohne Bezug. Im Saal 134 der Skulpturensammlung des Bode-Museums in Berlin stehen zwei Büsten, Fabio Chigi an der einen Wand (rechts), und schräg gegenüber (links) ich, Fabio Feroni, an der anderen, quasi im Blickkontakt.  Absicht? Zufall? Na und?</p>



<p></p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large is-resized"><img decoding="async" width="1024" height="612" src="https://www.gaidaconsult.de/wp-content/uploads/2024/04/SAM_1499-Kopie-1024x612.jpg" alt="" class="wp-image-1136" style="width:604px;height:auto" srcset="https://www.gaidaconsult.de/wp-content/uploads/2024/04/SAM_1499-Kopie-980x585.jpg 980w, https://www.gaidaconsult.de/wp-content/uploads/2024/04/SAM_1499-Kopie-480x287.jpg 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1024px, 100vw" /><figcaption class="wp-element-caption">Bode-Museum, Staaliche Museen zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz, © gaidaconsult</figcaption></figure>



<p>Unsichtbar aber knisternd zwischen uns beiden Figuren entfaltet sich eine unglaublich spannende Geschichte. Ich, Fabio Feroni, Sprößling einer Aufsteigerfamilie aus der Toskana, aber geboren und aufgewachsen in Amsterdam; Fabio Chigi, Vertreter des Vatikans bei den Verhandlungen zum Westfälischen Frieden in Münster, später Papst Alexander VII und mein Taufpate.</p>



<p>Eine Geschichte vor dem Hintergrund des Niedergangs der Medici mit Cosimo III, einer Zeit der Wirtschafts- und Finanzkrisen auf der einen, und weitreichender politischer und damit verbunden territorialer Verschiebungen auf der anderen Seite – Europa hatte sich gerade von den Folgen des Dreißigjährigen Krieges und der Türkenkriege erholt –&nbsp; überstrahlt von der Prachtentfaltung der Kirchen und Paläste im Glanz der Kunst des Barock.</p>



<p>Also, ich bin Fabio Feroni, präzise, Marquese Fabio Feroni. Darauf lege ich Wert. Obwohl der Titel Marquese meinem Vater, Francesco Feroni, zu verdanken ist. Denn eigentlich komme ich aus einer zwar wohlhabenden Familie, die sich aber doch erst aus einfachen Verhältnissen hochgearbeitet hat. Also kein Adel, keine Patrizier, kein jahrhundertealter Stammbaum. Ursprünglich aus Empoli.</p>



<p>Ich kenne Empoli nur flüchtig, quasi im Vorbeifahren, denn ich bin in Amsterdam geboren, habe dort meine Kindheit und Jugend verbracht. Erst mit 21 Jahren bin ich in die Toscana, dem Land meiner Väter, um es emphatisch zu sagen, gekommen. Ich leugne es nicht, meine Väter stammen aus dem einfachen Volk, vom Dorf. </p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large is-resized"><img decoding="async" width="1024" height="768" src="https://www.gaidaconsult.de/wp-content/uploads/2024/03/Buggiano-219-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-1098" style="width:493px;height:auto" srcset="https://www.gaidaconsult.de/wp-content/uploads/2024/03/Buggiano-219-980x735.jpg 980w, https://www.gaidaconsult.de/wp-content/uploads/2024/03/Buggiano-219-480x360.jpg 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1024px, 100vw" /><figcaption class="wp-element-caption">© gaidaconsult</figcaption></figure>



<p>Daran wird man als Marquese in der feinen Gesellschaft nicht gern erinnert.</p>



<p>Sie müssen sich vorstellen, der Stammbaum der stolzen Florentiner Familien geht bis in das Quattrocento, Trecento zurück. Nehmen wir nur als Beispiel die Medici. Giovanni di Bici, er wird als der Familiengründer angesehen, lebte von 1369 bis 1428. Er war ein Bankier; seine Nachfahren wurden Herzöge, sogar Großherzöge.</p>



<p id="Die-Familie-Feroni">Die Wurzeln meiner Familie sind nur bis Mitte des Cinquecento nachvollziehbar, mit Vorfahren, die weder lesen noch schreiben konnten. Und jetzt, gerade mal 150 Jahre später, Marquese, mit mir schon in der zweiten Generation.</p>



<p>Jetzt vermögend. In Florenz mehrere Palazzi unser Eigentum, draußen in Buggiano eine herrschaftliche Villa, Bellavista, die zu den schönsten im Großherzogtum gezählt wurde.</p>



<p>Angesehen, weil vermögend. Gemieden, weil Emporkömmlinge? Dabei haben wir in eineinhalb Jahrhunderten geschafft, wofür andere Familien doppelt so lange brauchten. Es ist leicht zu beurteilen, wie es wirklich gewesen ist, aber wenn man es ernst nimmt, mühsam.</p>



<p>Sie kennen Empoli nicht? Verstehe. Empoli war damals, und ist es auch heute noch, eine kleine, relativ normale Stadt – natürlich waren und sind ihre Bewohner stolz auf sie, deshalb sage ich relativ – im Großherzogtum der Toskana, etwa 30 km von Florenz entfernt, westlich, an den Ufern des Arno, unter seinen häufigen Überschwemmungen leidend, auf halbem Weg zum Tyrrhenischen Meer hin, Richtung Pisa.</p>



<p>Bekannt war sie damals wegen ihrer Leder- und Textilmanufakturen, Spinner, Weber, Gerber, Färber, wie mein Vater. Er hatte es, wie es in der Familie üblich war, gelernt. Können Sie sich ein Leben als Gerber und Färber vorstellen? Alle Jahre immer nur an Farbtöpfen verbringen? Purpur, Indigo, Ocker, Cyan, Schwarz?</p>



<p>Mein Vater konnte es nicht. <em>„Si resterá sempre pesciolini se non ci partiamo dell’Arno”</em>. – „Man wird immer ein kleiner Fisch bleiben, wenn man nicht den Fluss verlässt“. Das war sein Leitspruch. Mein Vater wollte kein kleiner Fisch im Arno bleiben, er suchte das Meer; also ging er.</p>



<p>Er versuchte es bei einer Bank, in Livorno, eine aufstrebende Hafen- und Handelsstadt an der Küste. Mit Geld umzugehen lag ihm mehr als mit Farben. Er entwickelte sich gut. Sein Chef sah es mit Wohlgefallen, denn er holte gutes Geld in die Bank, von anderen Leuten, versteht sich, und gab es wiederum an andere Leute weiter. Das brachte wieder Geld, Zinsen, und der Chef freute sich.</p>



<p>Überraschend verließ er die Bank und die Stadt. Lange Zeit zerbrachen sich die Leute in Empoli darüber den Kopf. Ein junger, tüchtiger, ja, durchaus ansehnlicher Mann, verlässt eine sichere Station auf seinem Lebensweg und geht weg, weit weg sogar. Nicht nach Florenz oder gar nach Rom, wohin es viele zog. Nein, Gott bewahre, ins Ausland, nach Amsterdam, irgendwo im kalten Norden.</p>



<p>Das Gerede machte die Runde, es seien doch wohl auch einige Unregelmäßigkeiten bei seinem Geld-nehmen und Geld-geben vorgekommen. Man sagte, er hätte mehr eingenommen als in den Büchern angegeben. Wo blieb der Rest? So sind die Leute in einer kleinen Stadt.</p>



<p><em>E che baccano sull caso stran, e che commenti per la città. </em>200 Jahre später hat es Giuseppe Verdi aus Le Roncole in der Provinz Parma in anderen Noten ausgedrückt.</p>



<p>Mit Geld konnte mein Vater hervorragend umgehen, das zeigte sich später immer wieder. Er wurde einer der reichsten Männer in der Toskana. Nein, nicht in der Toskana, sondern der Toskana. Denn sein Vermögen machte er in Amsterdam. Nicht immer auf redliche Weise, wie man ihm auch hierbei später vorwirft. Ein Geizkragen, „paperone“, Donald Duck, sagt man. Zu den „birbanti“, Spitzbuben, Gaunern, Schurken aus Empoli wird er sogar von lokalen Historikern gezählt.</p>



<p>Aber das kann man immer sagen. Womit verdient man ein Vermögen? Zum eigenen Nutzen, klar, aber auch zum Nutzen anderer, oder nur zu Lasten anderer? Es urteilen die, welche weder die einen noch die anderen sind. Auf jeden Fall hatte mein Vater Prinzipien, und denen blieb er zeitlebens treu, er hat sich selbst nie verraten. Und auch uns, seine Familie, nicht.</p>



<p>Weshalb rede ich überhaupt mit Ihnen? Weil Sie als Leser sich im Moment für mich mehr interessieren als die Besucher im Saal 134 des Bode Museums sonst? Die kennen meine Geschichte nicht. Woher auch? Für die bin ich eine ocker-braune Büste aus gebranntem Ton, wenn man in Saal 134 reinkommt an der linken Wand, mit dem Rücken zum Eisenbahndamm, der uns vom Pergamon und dem Rest der Museumsinsel trennt. Es gibt noch viele Skulpturen im Saal, einige berühmte Männer darunter, vor allem auch Fabio Chigi, als er noch Kardinal war schon ein enger Bekannter meines Vaters.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full is-resized"><img decoding="async" width="689" height="710" src="https://www.gaidaconsult.de/wp-content/uploads/2024/04/ABF-019-e1712522961798.jpg" alt="" class="wp-image-1121" style="width:557px;height:auto" srcset="https://www.gaidaconsult.de/wp-content/uploads/2024/04/ABF-019-e1712522961798-689x551.jpg 689w, https://www.gaidaconsult.de/wp-content/uploads/2024/04/ABF-019-e1712522961798-480x270.jpg 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 689px) 689px, 100vw" /><figcaption class="wp-element-caption">Bode-Museum, Staaliche Museen zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz, © gaidaconsult</figcaption></figure>



<p>Na und? Ich habe mal die Aufmerksamkeit der Besucher gestoppt. Es kommen wenige. Die Mehrzahl durchquert die gut 30 Meter des Raumes in nicht mehr als 100 Sekunden. Davon brauchen sie mindestens 60 Sekunden, um einige Schnappschüsse von der „Tänzerin“ des Canova – sie steht auch körpergroß, weiß, zugegeben anmutig, unübersehbar in der Mitte – auf ihr Smartphone zu laden. Danach ein, zwei Augenblicke rechts und links und schon ist der Saal wieder leer und wir sind unter uns.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large is-resized"><img decoding="async" width="1024" height="768" src="https://www.gaidaconsult.de/wp-content/uploads/2024/04/ABF-018-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-1122" style="width:575px;height:auto"/><figcaption class="wp-element-caption">Bode-Museum, Staaliche Museen zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz, © gaidaconsult</figcaption></figure>



<p>Wollen Sie mehr erfahren, ja? nein? Sie kennen das Mantra vieler Autoren an dieser Stelle. Nein? Dann klappen Sie das Buch zu und machen etwas anderes. Aber gehen Sie nicht ins Bode-Museum, denn dann sind Sie auch im Schnellgang durch Saal 134 durch, wie die anderen. Weil Sie meine Geschichte nicht kennen.</p>



<p>Wenn Sie aber weiterlesen und dann im Saal 134 sind, dann bleiben Sie Stunden dort. Sie treffen viele bekannte Gesichter, sie sind in einer anderen Welt, in einer anderen Zeit, bunt, aufregend. Wir sind für Sie keine leblosen Figuren, sondern richtige Menschen, mit einer Zukunft am Beginn und mit einer Vergangenheit am Ende – denn wir haben gelebt.</p>



<p>Fortsetzung folgt</p>



<p></p>
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		<title>Arsen und Spitzenhäubchen in Bibliotheken?</title>
		<link>https://www.gaidaconsult.de/arsen-und-spitzenhaeubchen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Gaida Consult]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 24 Mar 2024 16:54:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wer? Wann? Wo? - Wieso?]]></category>
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					<description><![CDATA[Blankes Entsetzen – wie ein Lauffeuer breitete es sich im Februar 2024 im Land der Dichter und Denker aus. Der Gebrauch von Büchern kann lebensgefährlich sein, ja selbst zum Tode führen. Dabei handelt es sich nicht um toxische Wirkung des geistigen Inhalts, sondern um farbige Bestandteile des bedruckten Materials, die furchtbares Unheil stiften können. Die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Blankes Entsetzen – wie ein Lauffeuer breitete es sich im Februar 2024 im Land der Dichter und Denker aus. Der Gebrauch von Büchern kann lebensgefährlich sein, ja selbst zum Tode führen. Dabei handelt es sich nicht um toxische Wirkung des geistigen Inhalts, sondern um farbige Bestandteile des bedruckten Materials, die furchtbares Unheil stiften können.</p>



<p>Die Schreckensmeldung kam aus der Ostwestfalenmetropole Bielefeld. Die dortige Universität hat, quasi über Nacht, 60.000 (in Worten: sechzigtausend) Bücher ihrer zugehörigen Bibliothek, allesamt Druckwerke aus dem 19. Jahrundert, für die Ausleihe gesperrt. Die wissbegierigen Studenten sind zwar von den Quellen der akademischen Erkenntnisse abgeschnitten, doch im leiblichen Wohlergehen jetzt abgesichert.</p>



<p>Worum geht es? Es geht um Arsen (AS,33). Wie jetzt? Was ist daran so aufregend? Kennt man doch. – Von wegen!</p>



<p>Alle Facetten und Dimensionen zu Papier gebracht würden allein eine Bibliothek füllen, so umfangreich und vielgestaltig sind die Fakten. Sie sind fast so alt wie die Menschheit, denn selbst in den Haaren vom „Ötzi“ im Alpeneis hat man diesen gefährlichen Stoff gefunden. Seit mindestens 5000 Jahren also sind wir von ihm um und um belastet. Was waren es noch für Zeiten, als Hollywood uns unbekümmertes Lachen schenkte, wenn Cary Grant sich filmreif umtriebig bemühte, seine beiden Spitzenhäubchen Tanten davon abzubringen, alleinstehende Altersgenossen mit einer Prise Arsen liebevoll ins Jenseits zu befördern..</p>



<p>Die raue Wirklichkeit dagegen ist bitterernst. Nach der Entdeckung eines findigen österreichischen Chemielaboranten wurde die hochgiftige Substanz auch zur Zubereitung einer wunderbar leuchtenden Farbe, dem „Schweinfurter Grün“, weltläufig auch als „Pariser Grün“ bezeichnet, genutzt, und fand damit eine weitere desaströse Verbreitung. Denn sogar bei der Produktion von Büchern in der Zeit zwischen 1800 und 1900 wurde die giftige Farbe eingesetzt. Betroffen sind Werke mit grünen Einbänden, Buchschnitten, Titelschildern, Spiegeln oder Vorsatzblättern.</p>



<p>Wie sich nach jüngerer wissenschaftlicher Erkenntnis, der neben der Uni Bielefeld zahlreiche andere Bibliotheken folgten, herausgestellt hat, ist die Benutzung solcher Bücher als hoch gesundheitgefährdend einzustufen. Dringend wird davor gewarnt, die Bände mit Grünschnitt anzufassen. Der auf ihnen angesammelte Staub könne möglicherweise Arsen enthalten und eingeatmet werden oder durch das Anfassen der Bände Arsen in die Augen geraten. Man mag sich gar nicht ausdenken, wieviel Generationen von Studenten jahrzehntelang dieser Gefahr unbekannterweise schutzlos ausgesetzt waren.</p>



<p>Gleichwohl wollen wir unsere Leser hier vor dem Katalog der nachwirkenden physischen und psychischen Implikationen verschonen. Denn Bielefeld gibt Anlass auch zur Hoffnung, „solange die Bücher im Regal stehen, gelten sie als unbedenklich.“ Da nimmt man doch erleichtert in Kauf, wenn die Transformation des historischen Geistesguts in die Gegenwart zum Erliegen kommt.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large is-resized"><img decoding="async" width="1024" height="805" src="https://www.gaidaconsult.de/wp-content/uploads/2024/03/SAM_1760x-1024x805.jpg" alt="" class="wp-image-1081" style="width:329px;height:auto" srcset="https://www.gaidaconsult.de/wp-content/uploads/2024/03/SAM_1760x-980x771.jpg 980w, https://www.gaidaconsult.de/wp-content/uploads/2024/03/SAM_1760x-480x378.jpg 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1024px, 100vw" /><figcaption class="wp-element-caption">© gaidaconsult, München Glyptothek</figcaption></figure>



<p>Wie so oft gibt es in Bayern eine freistaatliche Herangehensweise auch an dieses akute Problem. Alle sechs vom Bayerischen Rundfunk befragten Univerisitätsbibliotheken bekundeten, dass sie die potentielle Gefährdung schon lange erkannt hätten, sie jedoch als nachrangig betrachteten, denn „weder im Benutzungsalltag noch innerbetrieblich bei Einhaltung der Hygieneregeln und des gesunden Menschenverstandes spiele das mutmaßliche Risiko eine Rolle“ (Uni München), zumal sie mit entsprechenden vorsorglichen Maßnahmen gegen Schäden welcher Art auch immer gewappnet seien. &nbsp;</p>



<p>Gefahr erkannt, Gefahr gebannt, etwa durch eine geschulte Lesesaalaufsicht (Uni Augsburg) oder „dass das Anlecken der Finger zum Umblättern untersagt ist und historische Buchbestände mit speziellen Baumwollhandschuhen für empfindliche Dokumente zu bearbeiten sind&#8220; (Uni Bamberg, deren Bibliothek bei 1,6 Millionen Büchern im Bestand immerhin etwa 41.000 Bände aus dem betroffenen Zeitraum zählt). Damit wird der Besuch einer Bibliothek neben der haptischen zur echten intellektuellen Herausforderung.</p>



<p>Im übrigen, so der abwiegelnde Grundtenor der bibliothekarischen Äußerungen, würde der wissenschaftliche Forscherdrang mehr und mehr aus digitalisierten Konvoluten befriedigt. Schon im Oktober 2022 hatte die Bayerische Staatsbibliothek vermeldet, dass ihr dreimillionstes Digitalisat online gestellt wurde. Die Zahl von drei Millionen (3.000.000) digitalisierten Handschriften, Inkunabeln, seltenen Drucken, Büchern, Zeitungsausgaben, Bildern und Sondermaterialien entspräche rund 400 Millionen jederzeit weltweit frei online verfügbaren Bilddateien und bedeute für die Langzeitarchivierung mehr als 1,1 Peta-Byte Speicherplatz.</p>



<p>Die Zukunft hat schon begonnen. Kein fingerfeuchter Seitenwechsel mehr. Der humane Geist bleibt ungebrochen. Vivat IQ!</p>



<p>(Quellen: <a href="https://blog.ub.uni-bielefeld.de/?p=12950">https://blog.ub.uni-bielefeld.de/?p=12950</a>, &nbsp;<a href="https://www.br.de/nachrichten/kultur/arsen-gefahr-in-alten-buechern-bibliotheken-in-bayern-sehen-viel-laerm-um-nichts,U5atU4j">https://www.br.de/nachrichten/kultur/arsen-gefahr-in-alten-buechern-bibliotheken-in-bayern-sehen-viel-laerm-um-nichts,U5atU4j</a>, <a href="https://www.bsb-muenchen.de">https://www.bsb-muenchen.de</a>)</p>



<p></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Books on Vegan</title>
		<link>https://www.gaidaconsult.de/books-on-vegan/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Gaida Consult]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Mar 2024 17:26:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wer? Wann? Wo? - Wieso?]]></category>
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					<description><![CDATA[Vegetarisch ist out, vegan ist in. Die Welle trifft jetzt auch die gebildeten Stände, die sich gemeinhin mit Druckerzeugnissen geistigen Inhalts umgeben und nicht zuletzt auch deshalb förderlichem Fortschritt aufgeschlossen gegenüberstehen.Natürlich gibt es bereits Buchverlage, die sich der Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung widmen. Aber der Trend hat noch ein höheres ökologisches Ziel, die umweltbewusste Produktion von [&#8230;]]]></description>
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<p>Vegetarisch ist out, vegan ist in. Die Welle trifft jetzt auch die gebildeten Stände, die sich gemeinhin mit Druckerzeugnissen geistigen Inhalts umgeben und nicht zuletzt auch deshalb förderlichem Fortschritt aufgeschlossen gegenüberstehen.<br>Natürlich gibt es bereits Buchverlage, die sich der Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung widmen. Aber der Trend hat noch ein höheres ökologisches Ziel, die umweltbewusste Produktion von veganen Büchern. Sie haben bei der Klebebindung, Hard- und Softcover, keine Knochenbestandteile im Leim, keine Gelantine im Papier und vermeiden die Verwendung von Schellack, den Absonderungen der Lackschildlaus (Kerria lacca), weil bei dessen Herstellung unver-meidlich auch manche der kleinenTierchen verarbeitet werden.<br>Beispielgebender Vorreiter, der mit seinem Vorgehen „die Buchbranche revolutioniert“ (O-Ton) ist wohl ein Verlag in Dresden (matabooks.de), der für seine Produkte Papier aus sonnengetrocknetem Wiesengras verwendet, das sich reichlich in der grünen Umgebung der schönen Stadt an der Elbe findet. Das eingelegte Lesezeichen ist aus Baumwolle gefertigt und ein, dieserhalb preisgekröntes, Buch hat im Deckel Samen eingearbeitet, die, falls es doch einmal sorgsam recycelt, das heißt, kompostiert, wird, als Wildblumen erblühen würden.</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img decoding="async" width="1024" height="497" src="https://www.gaidaconsult.de/wp-content/uploads/2024/03/IMG_0563-Kopie-2-1024x497.jpg" alt="" class="wp-image-1059" style="width:825px;height:auto" srcset="https://www.gaidaconsult.de/wp-content/uploads/2024/03/IMG_0563-Kopie-2-980x476.jpg 980w, https://www.gaidaconsult.de/wp-content/uploads/2024/03/IMG_0563-Kopie-2-480x233.jpg 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1024px, 100vw" /></figure>



<p class="has-text-align-right">© gaidaconsult<br></p>



<p>Damit, sagt der Verlag, leiste er seinen Beitrag zum Umwelt-, Klima- und Tierschutz. Der Käufer dieser Erzeugnisse gewinnt zudem umweltbewusst Mut, Hoffnung und Zuversicht, dass zumindest hier noch nicht alles verloren ist, denn, „wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch“, hat schon Friedrich Hölderlin erkannt.<br></p>



<p>Wissenschaftlich fundierte Ergebnisse für einen unbedingten Wandel in der Buchbranche hat das Öko-Institut e.V. (oeko.de) „eine der europaweit führenden, unab-hängigen Forschungs- und Beratungseinrichtungen für eine nachhaltige Zukunft“, unjüngst offengelegt. Die Produktion von 10 Büchern mit jeweils 200 Seiten aus „normalem“ Papier, haben die Experten ermittelt, erzeugt rund 11 Kilogramm CO2, aus Recyclingpapier immerhin 9 Kilogramm, je Buch also 1.100 beziehungsweise 900 Gramm umweltschädigendes CO2, die allfälligen Transportbelastungen nicht einbezogen.<br>Pro Seite sind es noch 5,5 respektive 4,5 Gramm; das verlangt ohne Zweifel beim Umblättern eine angemessene Sorgfalt.<br>Die Erwartung, e-Reader würden die Umweltverträglichkeit gewährlisten, ist jedoch irrig, denn aufgrund der aufwendigen Materialien kommen durch Herstellung und Nutzung doch noch 8 Kilogramm des bedrohlichen Gases für ein Gerät zusammen .<br></p>



<p>Diese alarmierenden Fakten geben Anlass zu Überlegungen, die volle Aufmerksamkeit verdienen. Bedenkt man etwa, dass, zum Beispiel, ein einziges Exemplar (!) Ken Follet „Die Tore der Welt“ (Hardcover, Lübbe) mit 1.298 Seiten gut 6 ½ Kilogramm CO2 verursacht haben könnte, mag man sich gar nicht die Umweltbelastung der Bestseller-Gesamtauflage vorstellen. Wie gut, dass Brockhaus, mit seinen 16 Bänden Universallexikon, nicht mehr tätig ist.</p>



<p>Hand aufs Herz, wie sieht nach dem nunmehrigen Erkenntnisgewinn die Ökobilanz des heimischen Bücherregals aus? Und dann erst die Bestände in den öffentlichen Bibliotheken, in den Hochschulen und Universitäten? Wahre Kohlendioxid-Vulkane müssen demnach die Buchmessen in Frankfurt und Leipzig sein, die alljährlich neu produziertes Buchseiten-CO2 auf den Ausstellungsständen der Verlage millionenfach präsentieren.<br>Gleichwohl lassen sich etwaige Skrupel durch aktives Umweltbewusstsein einschränken. Denn die „Interessengruppe Nachhaltigkeit“ des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels erinnert daran, dass Bücher, sorgfältig geschont und von ihren Besitzern bisweilen sogar geliebt, ja durchaus eine längere Lebensdauer haben, die äußerliche Belastung sich über die Jahre relativiert, während der Inhalt unverändert bleibt, dass also der Geist der Materie sozusagen nachhaltig überlegen ist.</p>



<p class="has-text-align-right"><br>(Quelle: Westfälisches Volksblatt, 6. März 2024)</p>



<p>Pers. Anmerkung: Ich bin erleichtert, dass  mein ökologischer Fußabdruck überschaubar ist, denn die von mir im Selbstverlag (vertanverlag.de) veröffentlichten BoD erreichen wenig über 200 Seiten Umfang und werden bei tolino media und Amazon wenigstens auf „FSC Mix Papier aus verantwortungsvollen Quellen“ gedruckt. Dennoch werde ich bei der momentanen Abfassung des neuen Buches &#8222;Feroni&#8220; bei jeder Seite darauf achten, ob die schöpferischen Gedanken die mit der nachfolgenden Herstellung verbundene Umweltbelastung wert sind.</p>
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		<title>Memories &#124; 03</title>
		<link>https://www.gaidaconsult.de/873-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Gaida Consult]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Feb 2024 15:36:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Memories]]></category>
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					<description><![CDATA[Geschäftstüchtig. Wenn es plötzlich regnet, findet sich wie von Zauberhand ein reichhaltiges Angebot an Schirmen bei den Ausgängen der Metro-Stationen in Shanghai]]></description>
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<p>Geschäftstüchtig. Wenn es plötzlich regnet, findet sich wie von Zauberhand ein reichhaltiges Angebot an Schirmen bei den Ausgängen der Metro-Stationen in Shanghai</p>
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		<item>
		<title>Memories &#124; 02</title>
		<link>https://www.gaidaconsult.de/870-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Gaida Consult]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Feb 2024 15:34:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Memories]]></category>
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					<description><![CDATA[Chinesische Filmwelt]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Chinesische Filmwelt</p>
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		<title>Memories &#124; 01</title>
		<link>https://www.gaidaconsult.de/865-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Gaida Consult]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Feb 2024 15:23:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Memories]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Sturz ist meist nicht das Problem, sondern der Aufprall.(Brit. Autor und Bergsteiger Joe Simpson) Meine blauen Flecken habe ich nicht gezählt.]]></description>
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<p>Der Sturz ist meist nicht das Problem, sondern der Aufprall.<br><em>(Brit. Autor und Bergsteiger Joe Simpson)</em></p>



<p>Meine blauen Flecken habe ich nicht gezählt.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Bürgerinitiativen gegen C.</title>
		<link>https://www.gaidaconsult.de/buergerinitiativen-gegen-c/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Gaida Consult]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Jan 2023 17:11:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wer? Wann? Wo? - Wieso?]]></category>
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					<description><![CDATA[Über einen sensationellen Fund alter Urkunden und Dokumente in der Universität von Salamanca berichtete unlängst Prof. Julio Sánchez-Cabrera auf dem XXIV Int. Historikerkongreß in Lausanne.Bei der Sichtung älterer Aktenbestände im Universitätsarchiv stieß man auf bisher unbekannte Schriftstücke, die ein völlig neues Bild von den Jahren unmittelbar vor der Entdeckung Amerikas zeichnen. Die bisherige Deutung dieser [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Über einen sensationellen Fund alter Urkunden und Dokumente in der Universität von Salamanca berichtete unlängst  Prof. Julio Sánchez-Cabrera auf dem XXIV Int. Historikerkongreß in Lausanne.<br>Bei der Sichtung älterer Aktenbestände im Universitätsarchiv stieß man auf bisher unbekannte Schriftstücke, die ein völlig neues Bild von den Jahren unmittelbar vor der Entdeckung Amerikas zeichnen. Die bisherige Deutung dieser Zeit und ihrer hektischen Aktivitäten wird damit als primitive Geschichtsklitterung der bürgerlichen Historiographie entlarvt.<br>Nachdem C. (ital.: Christoforo Colombo; span.: Christóbal Colón) 1484 seine Pläne, westwärts nach Indien zu segeln, König Johann II von Portugal erfolglos vorgelegt hatte, ging er nach Spanien. Von verschiedenen Gönnern unterstützt gelang ihm im Frühsommer 1486 eine erste Vorstellung bei der Königin Isabella von Kastilien. Isabella, eine für damalige Verhältnisse ungewöhnlich emanzipierte Frau, zeigte sich an den Plänen C.s wohlwollend interessiert. Jedoch erst sechs Jahre später, 1492, konnte C. eine volle Zustimmung erhalten und zu seiner ersten Reise aufbrechen.</p>



<p><br>Über die lange Zeit des Wartens, Bittens, Drängens beichtet Las Casas, der zeitgenössische Biograph des C.: „Er begann einen schrecklichen, fortwährenden, schmerzensreichen und endlosen Kampf zu führen; ein mit scharfer Klinge geführter Kampf hätte nicht so unerbittlich und grausam sein können wie jenes unablässige Ringen mit den vielen Menschen, die er überzeugen sollte, ohne daß sie ihn verstanden, die sich aber anmaßten, alles besser zu wissen . . .“<br>Diese Textstelle, bisher verkannt, hat jetzt durch die überraschende Entdeckung von Salamanca die richtige aktuelle Interpretation gefunden. Nicht die königlichen Kommissionen zur Begutachtung der vorgelegten Pläne waren der Grund, sondern ein mächtiger, im ganzen Land entflammender solidarischer Widerstand des Volkes, der sich in den organisierten, kämpferischen Aktivitäten zahlreicher Bürgerinitiativen manifestierte. Prof. Sánchez-Cabrera legte dazu auf dem Kongreß zahlreiche überzeugende Dokumente vor.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="595" src="https://www.gaidaconsult.de/wp-content/uploads/2023/01/CIMG3911-Kopiek-1024x595.jpg" alt="" class="wp-image-628" srcset="https://www.gaidaconsult.de/wp-content/uploads/2023/01/CIMG3911-Kopiek-980x570.jpg 980w, https://www.gaidaconsult.de/wp-content/uploads/2023/01/CIMG3911-Kopiek-480x279.jpg 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1024px, 100vw" /></figure>



<p>Im Frühsommer 1486 reicht C. seinen Plan ein, Cipangu (Japan) und Cathay (China) auf dem Seeweg von Spanien aus in westlicher Richtung zu erreichen. Er stützt sich dabei auf Berichte von Marco Polo (1254-1324) und eine Seekarte des italienischen Arztes und Astronomen Paolo Dai Pozzo Toscanelli (1397-1482), der von der Kugelgestallt der Erde überzeugt war. Voraussetzung für den Erfolg ist jedoch die königliche Anerkennung seiner Idee und die finanzielle Förderung der Reise durch zur Verfügung gestellt Schiffe und Gelder für Mannschaften und Proviant.<br>Königin Isabella findet Gefallen an den begeisterten aber etwas unpräzisen Ausführungen des C. Sie beauftragt daher ihren Beichtvater, Hernándo de Talavera, eine Kommission zur Prüfung des vorgelegten Planes zu bilden. Die Kommission aus Astronomen, Kosmographen, Geistlichen und Seefahrern tritt in Salamanca zusammen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="606" src="https://www.gaidaconsult.de/wp-content/uploads/2023/01/CIMG1843-Kopiek-1024x606.jpg" alt="" class="wp-image-625" srcset="https://www.gaidaconsult.de/wp-content/uploads/2023/01/CIMG1843-Kopiek-980x580.jpg 980w, https://www.gaidaconsult.de/wp-content/uploads/2023/01/CIMG1843-Kopiek-480x284.jpg 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1024px, 100vw" /></figure>



<p>Durch eine gezielte Indiskretion drangen jedoch bald aus dem Gremium Details über die Pläne des C. an die Öffentlichkeit.<br>Auch wenn de Talavera sofort ein Dementi folgen ließ, es handle sich um „unverbindliche Denkansätze“ und „unkontrollierte Gesprächsfetzen“ – ein Sturm der Entrüstung und des Protestes erhob sich von Salamanca ausgehend über das ganze Land.<br>Obwohl das Weltbild gerade in jüngster Zeit einige revolutionierende Änderungen und Erweiterungen erfahren hatte – sie wurden nicht nur in Wissenschaftskreisen und literarischen Zirkeln, sondern auch in der Öffentlichkeit diskutiert – so überstieg der Vorschlag des C. doch alle Vorstellungen. Die Realisierung seiner Idee bedeutete eine Abkehr vom Bisherigen, ein Umdenken und Einstellen auf neue Fakten und Situationen.</p>



<p><br>Der Widerstand konzentrierte sich auf zwei Punkte: Der neue Seeweg westwärts bringe in erster Linie dem Königshof, dem Adel und dem Großkapital durch den Besitz der Gold- und Gewürzmonopole Vorteile; das Volk ginge dabei leer aus. Vor allem aber schließe die Fahrt durch unbekannte Gewässer nicht aus, daß neues Land, möglicherweise ein ganzer Kontinent, entdeckt werde. Alle sich daraus ergebenden Konsequenzen und Neuerungen würden die Alte Welt jedoch einem verstärkten Leistungsdruck aussetzen, eine Beeinträchtigung der Lebensqualität bliebe unausweichlich.<br>Die Proteste artikulierten sich zunächst spontan und ohne gemeinsame Aktionsbasis, wobei sich jedoch Schwerpunkte der Aktivität in Salamanca selbst und dem in Aussicht genommenen Hafen Palos, einem Städtchen am Rio Tinto in Andalusien, sehr schnell herausbildeten.<br>Sofort nach Bekanntwerden von C.s Vorhaben veranstaltete die Kontaktgruppe „Quedamos con el anterior“ unter den Studenten der Universität eine Unterschriftensammlung. Sie erbrachte schon in den ersten drei Tagen vier Unterschriften. Solche Unterschriftensammlungen wurden auch anderorts mit großem Echo durchgeführt. Innerhalb kürzester Zeit kamen 345 Unterschriften von engagierten Bürgern, Bauern und Arbeitern aus dem ganzen Land zusammen, die sich für die Beibehaltung des Bisherigen einsetzten und jede Neuerung, vor allem, wenn sie nicht die Zustimmung der Bevölkerung findet, ablehnten.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="390" src="https://www.gaidaconsult.de/wp-content/uploads/2023/01/SAM_1206k-1024x390.jpg" alt="" class="wp-image-622" srcset="https://www.gaidaconsult.de/wp-content/uploads/2023/01/SAM_1206k-980x373.jpg 980w, https://www.gaidaconsult.de/wp-content/uploads/2023/01/SAM_1206k-480x183.jpg 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1024px, 100vw" /></figure>



<p><br>In Córdoba, Valencia, Toledo und Saragossa, sowie vielen weiteren Städten und Dörfern, fanden sich Bürgerinitiativen und Aktionsgruppen zusammen, die einen machtvollen Widerstand gegen C. organisierten. Ihnen schlossen sich zahlreiche Interessengemeinschaften an.<br>Die Liga gegen Rassismus klagte alle europäischen Regierungen der Verletzung der Menschenrechte an. Sie werde, gab sie bekannt, die Freiheitsbewegungen der indigenen westafrikanischen Völker weiterhin unterstützen, um eine Ausweitung des Sklavenhandels auf neue Kontinente zu verhindern.<br>Der Präsident des spanischen Agricultor-Verbandes, Grande Romero de Mendizábal, warnte vor einer Liberalisierung der Kartoffel-Einfuhren. Sie würden – trotz hoher Abschöpfungsbeträge, die von der Regierung zugesichert seien – die gegenwärtige Agrarmarktordnung empfindlich stören.</p>



<p>Der Naturschutzbeauftragte der Coto Doñana, Pintin Castellanos, erneuerte seine Bedenken im Hinblick auf die Gefahr der Einschleppung des Leptinotarsa decemlineata und verlangte zunächst die Vorlage eines ökologischen Gutachtens.</p>



<p>Der Tierschutzverband für die Costa de la Luz protestierte in einem offenen Brief gegen die Ausrottung ganzer Tierarten, etwa der Bisons. Schützenhilfe erhielt er durch den Zoodirektor von Cádiz, Don Felipe Mungo, der sich gegen die unmenschliche Jagd auf Alligatoren, Jaguare und Pumas, lediglich zur Befriedigung modischer Bedürfnisse einer Wohlstandsgesellschaft, wandte.<br>Der Verband Kastilischer Madrigalchöre verabschiedete auf seinem 187. Stiftungsfest in Valladolid ein Memorandum, in dem er sich gegen neue Formen der Gesangskunst wie z.B. Spirituals und Gospel-Songs aussprach.</p>



<p><br>Aufsehen erregte der Vorsitzende der Ärzteschaft Alt- und Neukastiliens, Prof. Dr. José María Bordón. Er erstattete Anzeige gegen Unbekannt wegen Schädigung der Volksgesundheit durch Einfuhr und Gebrauch des Tabaks.<br>Dagegen wandte sich jedoch der Finanzminister in seiner Budget-Rede vor den Cortes. Professor Bordón betreibe in der Öffentlichkeit eine „Kampagne der Verunsicherung“, da etwa die behauptete Gefahr der Krebsförderung noch gar nicht erwiesen sei. Außerdem vertrügen die Staatsfinanzen keine weiteren Steuereinbußen. Die jüngste Steuerreform habe eine spürbare Entlastung gerade der Schichten mit niedrigem Einkommen bis 1200 Maravedís p.a. gebracht. Eine Deckung der dadurch entstandenen Lücke sei nur durch eine Erhöhung der Steuereinnahmen in anderen Bereichen möglich, was aber Ihre Majestäten ausgeschlossen hätten. Im Übrigen sei der erwartete Ertrag der Tabaksteuer schon für die Haushaltsperioden ab 1493 fest eingeplant.</p>



<p><br>Als mutige Einzelaktion kann das Verhalten des Ortspfarrers Pablo N. in Puente la Reina gewertet werden. Er machte mit einem Predigtzyklus von sich Reden, in dem er eindringlich darauf hinwies, daß die glaubenseifrig beabsichtigte aber mit unchristlichen Mitteln durchzuführende Konfessionierung der Indios dem Ruf der Kirche in späteren Jahrhunderten schaden werde. Der zuständige Bischof von Pamplona sah in diesen Kanzelreden eine Insubordination, belegte Pfarrer N. mit einem Predigtverbot und versetzte ihn als Hausgeistlichen in ein abgelegenes Pyrenäenkloster. Über den Ausgang der vom Gemeinderat beim Bischof vorgebrachten Eingabe „Wir wollen Padre N. behalten!“ sind keine Dokumente vorhanden. Die bei den lokalen Finanzämtern in der Diözese beobachtete Welle von Kirchenaustritten flachte nach kurzer Zeit wieder ab.</p>



<p><br>Die „Arbeitsgemeinschaft mündige Bürger“ in Oviedo erarbeitete ein politisches Papier, das in ganz Asturien zirkulierte. Die Entdeckung Cubas, Haitis oder Guatemalas, etc., hieß es darin, ermögliche die Etablierung berüchtigter Diktaturen und Militärjuntas; damit werde einer Unterdrückung der Menschenrechte und Ausbeutung der Völker Vorschub geleistet. Das Recht auf Selbstbestimmung werde dadurch eklatant verletzt. In späteren Versionen des Papiers blieb jedoch Cuba unerwähnt, da man dort den Sturz der Diktatur und die Errichtung einer sozialistisch orientierten Volksherrschaft – und damit Vorbild für alle revolutionären Bewegungen Lateinamerikas – nicht ausschließen wollte.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="343" src="https://www.gaidaconsult.de/wp-content/uploads/2023/01/SAM_3056-Kopiek-1024x343.jpg" alt="" class="wp-image-629" srcset="https://www.gaidaconsult.de/wp-content/uploads/2023/01/SAM_3056-Kopiek-980x329.jpg 980w, https://www.gaidaconsult.de/wp-content/uploads/2023/01/SAM_3056-Kopiek-480x161.jpg 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1024px, 100vw" /></figure>



<p><br>Im Frühjahr 1489 fanden die verschiedenen Protestaktionen eine gemeinsame Basis. Die Sprecher der aktiven Bürgerinitiativen, Schutz- und Interessengemeinschaften trafen sich in Santiago de Compostela zu einem Erfahrungsaustausch. Dabei sollte eine gemeinsame Linie für das zukünftige Vorgehen erarbeitet werden. Unter dem Motto „Zusammen sind wir stark!“ rief man ein Aktionszentrum „Contra Nuevo Mundo“ ins Leben, das die Aktivitäten aller Gruppen koordinieren sollte. Geplant waren zur Durchsetzung der Ziele u.a. Schwerpunkt-Sitzstreiks an allen Orten, an denen sich die Königin aufhielt. Falls die Kommission zu einem ungünstigen, d.h. für C. favorablen, Ergebnis kommen sollte, wollte man zu einer Besetzung des Universitätsgebäudes und zu einer Protestdemonstration vor der Kathedrale in Salamanca aufrufen. Darüber hinaus dachte man daran, in Madrid ein großes Hearing mit namhaften Wissenschaftlern zu veranstalten. Den Vorsitz wollte der bekannte Schriftsteller und Literaturpreisträger Hernán Zakate y Gonzáles übernehmen.<br>Die Gründung des Aktionszentrums „Contra Nuevo Mundo“ hatte eine verstärkte Agitation zur Folge. In allen größeren Orten errichtete man auf den Straßen Informationsstände mit Luftballons und kandierten Maronen, um in direkten Diskussionen mit der vorbeiflanierenden Bevölkerung eine breite Bewußtseinsbildung gegen die Entdeckung neuer Seewege und Kontinente zu erreichen.<br>In Barcelona besetzten mehrere Demonstranten das Rathaus und verteilten Flugblätter. Sie hatten gerade mit der Verlesung Ihres Protestaufrufs vom Balkon aus begonnen, als eine größere Polizeiverstärkung anrückte. Die Polizei machte mehrere Minuten lang von ihren Schlagstöcken Gebrauch, um die Flugblattverteiler zu zerstreuen.<br>Eine in der Nähe von Cádiz am Strand aufgefundene versiegelte Rumflasche mit einer verschlüsselten Botschaft, die der bekannte Indologe Prof. José Albéniz-Manteca als toltekische Zeichen mit der Bedeutung: &#8222;Hände weg von unserem Kontinent!&#8220; entzifferte, erwies sich bald als plumpe Fälschung, die vermutlich von Unternehmerkreisen lanciert worden war, um die machtvolle Bürgerbewegung zu diffamieren, da sie durch die Aktionitis die mutmaßlichen großen Profite gefährdet sahen.</p>



<p><br>Ungeachtet solcher Hetzkampagnen verstärkten sich die Proteste. An Häuserwänden und Gartenmauern sah man nachts rasch aufgesprühte kämpferische Parolen wie „Nieder mit C!“ oder „Kampf dem neuen Kontinnete!“ oder „España si, Yankee no“, was sehr zur Beschleunigung des Solidarisierungsprozesses in der Bevölkerung beitrug.<br>Die Widerstandsbewegung in Kastilien und Aragón blieb nicht ohne Wirkung auf Europa; der Funke sprang über. Das Internat. Komitee Europäischer Auswandererverbände (der Aufnahmeantrag des sizilianischen Regionalverbandes bedurfte noch der Abstimmung, er war daher noch nicht stimmberechtigt) sah sich veranlaßt, seine Jahrestagung von Southampton demonstrativ nach Genua zu verlegen. Sein Generalsekretär John D.C. Fleefox machte im Auftrag des amtierenden Präsidenten Aram Armurian wenige Tage vor Beginn der Tagung einen Blitzbesuch am spanischen Königshof, um bei den Katholischen Majestäten gegen die Verunglimpfung der Bestrebungen seiner Organisation formell Einspruch zu erheben.<br>In einem in Toledo veröffentlichten Interview antwortete C. auf die Frage, ob seine Pläne nicht rein spekulativ seien und wie er, falls sie sich doch bewahrheiten sollten, dem Widerstand der Bevölkerung begegnen wolle, die Auseinandersetzungen in der Öffentlichkeit hätten durchaus die Debatte um seine Ideen transparenter gemacht. Er sei guten Argumenten jederzeit zugänglich. Andererseits halte er an seinen Plänen fest und glaube an die normative Kraft des Faktischen, gerade auch im Hinblick auf Meinung und Verhalten des Volkes. Im Übrigen sei er für pragmatische Lösung anstehender Probleme bekannt, wie das Beispiel mit dem Ei bewiesen habe.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="586" src="https://www.gaidaconsult.de/wp-content/uploads/2023/01/SAM_4015k-1024x586.jpg" alt="" class="wp-image-615" srcset="https://www.gaidaconsult.de/wp-content/uploads/2023/01/SAM_4015k-980x560.jpg 980w, https://www.gaidaconsult.de/wp-content/uploads/2023/01/SAM_4015k-480x275.jpg 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1024px, 100vw" /></figure>



<p>1490 veröffentlicht die königliche Kommission unter Hernando de Talavera ihren Abschlußbericht. Der Antrag des C., in offiziellem Auftrag und auf Staatskosten westwärts zu segeln wird abgelehnt.<br>Das Aktionszentrum „Contra Nuevo Mundo“ feierte die Entscheidung als Sieg, die Bürgerinitiativen atmeten befreit auf.</p>



<p><br>C. ist enttäuscht, aber nicht entmutigt. Nachdem seine inzwischen auch durch eigene Reisen nach London und Paris geknüpften Kontakte ohne Ergebnis geblieben waren, zieht er sich ins Kloster La Rábida bei Palos zurück. Aber die Zeit reift für ihn.<br></p>



<p>1491 hat sich die innenpolitische Lage zu seinen Gunsten gewandelt. Der Kampf gegen die Mauren, die sich als Folge der immer erfolgreicher gewordenen Reconquista von der Iberischen Halbinsel zurückziehen, konzentriert sich auf die letzte Festung in maurischer Hand: Granada. König Ferdinand und Königin Isabella holen alles heraus, um nach langer Belagerung auch dieses Juwel den Gottlosen zu entreißen. Der Sieg ist in greifbare Nähe gerückt.<br>Im August des gleichen Jahres macht C. einen erneuten Vorstoß, ermuntert von Fray Juan Pérez, dem Vorsteher des Klosters, und Martin Alonso Pinzón, einem Seefahrer aus Palos, der bereit ist, seine Karavelle „Pinta“ in den Dienst des C. zu stellen und mitzufahren. C. begibt sich nach Santa Fé, einer Siedlung, die eigens für die Belagerung Granadas gegenüber der Stadt errichtet worden war, und wo sich die Majestäten aufhalten. Die Königin, in Siegeszuversicht, zeigt sich auch diesmal sehr angetan von den Plänen C.s. Sie gehe davon aus, läßt sie ihn wissen, daß nach dem alsbald erwarteten Fall von Granada der Weg und die Mittel für ihn frei seien. Allerdings würde sich zwischenzeitlich erneut eine Kommission mit den Eingaben befassen, was aber nicht mehr als eine Formsache bedeute.</p>



<p><br>Der Zusammentritt der zweiten königlichen Kommission blieb jedoch im benachbarten Málaga nicht verborgen. In kurzer Frist erarbeitete eine „Bürgerinitiative zur Sauberhaltung des Atlantiks“ ein Schwarzbuch, das sie in einer großen Aktion der Öffentlichkeit übergab.<br>Der Bürgerunwille veranlaßte die Regierung zu beschwichtigenden Verlautbarungen. Die Durchquerung des Ozeans mit der nachfolgenden Entdeckung neuer Länder biete die Chance, den Freiheitsspielraum auch des Einzelnen zu erweitern. Darüber hinaus sei im Gefolge des voraussichtlichen See- und Handelsverkehrs die Schaffung neuer Arbeitsplätze zu erwarten.<br>In den Cortes erhoben sich Stimmen, die von der Kommission ein „kritisches Herangehen“ an die Vorlage verlangten. Andererseits forderten sie das Königshaus auf, in einer für die Nation so entscheidenden Frage Prioritäten zu setzen; es gehe hier nicht um eine Sachentscheidung, sondern um eine politische Entscheidung.<br>Empörung löste im ganzen Land die Äußerung des C. aus, Anstrengungen würden Opfer – vielleicht sogar Menschenleben – kosten. C. habe mit diesem Eingeständnis seine faschistoide Gesinnung bewiesen. Der Einsatz von Sträflingen als Besatzung der Expeditionsschiffe, um die Kosten zu senken, widerspreche zudem den Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit und eines humanen Strafvollzugs.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="264" src="https://www.gaidaconsult.de/wp-content/uploads/2023/01/P5282324-Kopiek-1024x264.jpg" alt="" class="wp-image-624" srcset="https://www.gaidaconsult.de/wp-content/uploads/2023/01/P5282324-Kopiek-980x253.jpg 980w, https://www.gaidaconsult.de/wp-content/uploads/2023/01/P5282324-Kopiek-480x124.jpg 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1024px, 100vw" /></figure>



<p>Am 2. Januar 1492 nehmen König Ferdinand II und Königin Isabella in einem glänzenden Triumphzug, in dessen Gefolge sich auch C. befindet, die Kapitulation Granadas entgegen.<br>Wenige Tage später fällt eine überraschende Entscheidung; der Antrag des C. wird erneut abgelehnt. Verbittert verläßt er die Stadt, Doch unterwegs wird er bald von einem reitenden Boten der Königin ein- und zurückgeholt. Baron Luis de Santángel, Privatkämmerer Ferdinands, hatte sich der Pläne C.s angenommen und dem Herrscherpaar eindringlich die zu erwartenden Gewinne materieller Art durch Gold und Silber und Vorteile immaterieller Art durch Bekehrung der anzutreffenden Heiden zum christlichen Glauben vor Augen geführt.<br>C. wird rehabilitiert. Alle seine Forderungen: Edelmann, „Don“, zu werden, das Recht, goldene Sporen zu tragen, zum Großadmiral des Ozeanischen Meeres ernannt und in den entdeckten Gebieten als Vizekönig – erblich – anerkannt zu werden, den 10. Teil der wirtschaftlichen Einnahmen in seinen Gebieten zu erhalten, u.v.a.m., werden in der „Capitulación von Santa Fé“ am 17. April 1492 erfüllt und am 30. desselben Monats verbrieft. Am 12. Mai verläßt C. Granada und begibt sich nach Palos, um die Schiffe für seine Reise auszurüsten. Elf Tage später ruft er alle Behörden und Bürger von Palos in die Iglesia de San Jorge, um die Order des Königs, zwei Karavellen bereitzustellen, zu verlesen – doch nichts geschieht.</p>



<p>Matrosen, Werftarbeiter und Bürger solidarisierten sich in einer breiten Front des Widerstandes. Ziel der Aktionen war es, einen Stop der Schiffsausrüstung zu erreichen, bis C. ein neues überzeugendes Konzept vorgelegt habe. Eine ad hoc-Gruppe gegen Behördenwillkür protestierte gegen „Ämterpatronage und Verfilzung“ im Falle C. Zu Gunsten eines Außenseiters würden alle Bürger zur Kasse gebeten.<br><br>Die Hafenbehörden von Palos versahen ihren Dienst nach Vorschrift. Einmal kam es bei den Segelmachern zu einer etwa dreistündigen Arbeitsniederlegung. Der Werftdirektor erklärte jedoch, er betrachte diesen Vorgang als „Willensäußerung ohne Wiederholungscharakter“. Das Verhalten der Beschäftigten sei durch die Unsicherheit über den eigentlichen Zweck der Reise „in gewissem Rahmen verständlich“. Er wolle daher zunächst keine Disziplinarmaßnahmen ergreifen.<br>Der Vorsitzende des Gesamtpersonalrats der andalusischen Küstenlotsen kritisierte die Absicht, Berufsfremde für die Navigation in unbekannten Gewässern einzusetzen. Die Berufsgenossenschaft der spanischen Kapitäne erhob schwere Beschuldigungen gegen die Regierung, Es zeuge von nationaler Würdelosigkeit, einem Ausländer eine so bedeutende Aufgabe zu übertragen. Damit werde nicht nur der Ruf der einheimischen Seefahrer geschädigt, sondern auch ihre Existenz gefährdet. Schifffahrtsminister Conte Juan d’Arienzo, wies die Vorwürfe zurück. Die Regierung habe in europäischem Geiste und weltoffen gehandelt. Er kündigte eine Richtlinie an zur Beteiligung der mittleren und kleineren spanischen Seeleute bei staatlichen Seefahrt- und Entdeckungsaufträgen. Außerdem werde ein Sozialfonds für Rückkehrer aus den indischen Gewässern geschaffen. Die Regierung leiste damit einen Beitrag zum sozialen Frieden im Lande.</p>



<p>Trotz des organisierten Widerstandes in der Bevölkerung gelingt es C. in Palos drei Schiffe, die „Santa Maria“, die &#8222;Niña“ und die „Pinta“ seeklar zu machen. Am 3. August 1492, eine halbe Stunde vor Sonnenaufgang, läßt er Segel setzen, um unbemerkt das offene Meer zu erreichen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="357" src="https://www.gaidaconsult.de/wp-content/uploads/2023/01/SAM_0533-Kopie-1024x357.jpg" alt="" class="wp-image-617" srcset="https://www.gaidaconsult.de/wp-content/uploads/2023/01/SAM_0533-Kopie-980x341.jpg 980w, https://www.gaidaconsult.de/wp-content/uploads/2023/01/SAM_0533-Kopie-480x167.jpg 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1024px, 100vw" /></figure>



<p>Bei der Ausfahrt kam es doch noch zu einem Zwischenfall. Eine Armada von Segeljachten und Sportbooten versperrte auf dem Rio Tinto der „Santa Maria“ den Weg. Als ein Polizeiboot eine Jacht abdrängte, kenterte diese fast. Der Besitzer stellte daraufhin Strafantrag wegen Sachbeschädigung und vorsätzlicher Körperverletzung. Der Polizeibootführer wurde vorläufig bis zur Klärung der Umstände vom Dienst suspendiert.</p>



<p>Eine abschließende Wertung, so Prof. Sánchez-Cabrera in seiner Präsentation der bekannt gewordenen Fakten, sei noch nicht möglich. Die Historiker aus aller Welt seien aufgefordert, die Fülle des Materials zu sichten und eine „Revision des Geschichtsbildes“ einzuleiten. Die italienische (!) Regierung ( sie erhoffte sich aus dem Fund eine zweifelsfreie Klärung, daß C. definitiv und seit Generationen Genueser gewesen ist)  habe bereits einen Antrag bei der UNESCO vorgelegt, um finanzielle Mittel für die Förderung verschiedener Forschungsprojekte zu erhalten.<br>Offen sei vor allem, weshalb die Initiativen gegen C., die trotz unterschiedlicher gesellschafts-, wirtschafts- und parteipolitischer Positionen nach positiven Ansätzen eine geschlossene Aktionsfront getragen hätten, letztlich nicht erfolgreich gewesen sind.</p>



<p>Am 12. Oktober 1492 entdeckt C. neues Land – nicht sein Ziel, aber Amerika, immerhin.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="721" src="https://www.gaidaconsult.de/wp-content/uploads/2023/01/IMG_3504-Kopiek-1024x721.jpg" alt="" class="wp-image-620" srcset="https://www.gaidaconsult.de/wp-content/uploads/2023/01/IMG_3504-Kopiek-980x690.jpg 980w, https://www.gaidaconsult.de/wp-content/uploads/2023/01/IMG_3504-Kopiek-480x338.jpg 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1024px, 100vw" /></figure>



<p>Allerdings, auch ein Erfolg, die Fahrten des C. zu verhindern, wäre vordergründig gewesen. Amerika ist – wir wissen es inzwischen – sowieso schon entdeckt worden.                                                               (G/se XI/72)</p>
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